Psychotherapieforschung

Wirksamkeit von Psychodynamischer Psychotherapie in der Behandlung von Patient:innen mit einer unipolaren depressiven Störung und komorbiden Persönlichkeitsstörungen – eine multizentrische randomisiert-kontrollierte Studie (AP-DPS-Studie)

Projektleitung: Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter (Psychologische Hochschule Berlin), Prof. Dr. Silke Wiegand-Grefe (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und Prof. Dr. Anna Buchheim (Universität Innsbruck)

Drittmittel: Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT), Verein zur Förderung der Psychoanalyse und der Tiefenpsychologie in Deutschland (VFPT), Köhler-Stiftung

Projektmitarbeiter:innen: Luisa Sophie Gröning, M.Sc., Theresa Paumen, M.Sc., Dr. Karin de Punder, Dr. Ludwig Ohse

Depressive Störungen zählen zu den häufigsten und belastendsten psychischen Erkrankungen und treten häufig gemeinsam mit Persönlichkeitsstörungen auf, was Krankheitslast und Behandlungskomplexität deutlich erhöht. Obwohl psychodynamische Therapieverfahren als wirksam gelten, ist ihre Evidenzbasis im Vergleich zur Verhaltenstherapie – insbesondere bei komplexen Störungsbildern – bislang begrenzt. Zugleich weisen neuere Befunde auf das Potenzial von Biomarkern wie Cortisol und Brain-derived neurotrophic factor (BDNF) zur objektiven Verlaufsbeurteilung hin. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie multizentrisch in Berlin und Hamburg im Rahmen eines randomisiert-kontrollierten Designs die Wirksamkeit psychodynamischer Psychotherapie bei Patient:innen mit unipolarer Depression und komorbiden Persönlichkeitsstörungen im Vergleich zu regelmäßigen fachpsychiatrischen Kontakten (je n = 55 Studienteilnehmer:innen; Messungen zu Beginn, sowie nach sechs und zwölf Monaten). Neben Veränderungen auf Symptomebene werden psychodynamisch relevante Aspekte (Persönlichkeitsstruktur, Bindung) sowie neuroendokrine Stressmarker erfasst.

Dies ist die erste Studie, bei der die gesamte Stichprobe das Vollbild beider Störungen aufweist, alle klassifizierbaren Persönlichkeitsstörungen (PS) (bis auf antisoziale PS) eingeschlossen werden (im Gegensatz zu bspw. nur Borderline-PS), und Langzeitbehandlungen aus der realen klinischen Praxis (im Gegensatz zu manualisierten Kurzzeittherapien) in einer methodisch hochwertigen randomisiert-kontrollierten Studie mit verblindetem Rating der primären Endpunkte untersucht werden. Zudem gibt es bislang nur wenige Studien zum Einfluss der psychodynamischen Psychotherapie auf neuroendokrine Interaktionen. Durch die Untersuchung von Biomarkern als klinische Outcome-Parameter auf biologischer Ebene könnten in dieser Studie physiologisch messbare Indikatoren für den Therapieerfolg identifiziert werden. Darüber hinaus wird eine umfassende gesundheitsökonomische Evaluation der psychodynamischen Psychotherapie durchgeführt, die insbesondere für Krankenkassen und andere Kostenträger von hoher Relevanz ist.

Studienkoordinatorin und Ansprechpartnerin an der PHB

Luisa Sophie Gröning

Fachbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie (Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter)