Inhalt und Ziel
Rückfallfreiheit als alleiniges Erfolgskriterium bleibt theoretisch und empirisch problematisch, unter anderem wegen der fraglichen kausalen Wirkung des Strafvollzugs angesichts vielfältiger Einflüsse nach der Entlassung.
Im Rahmen des Projekts wurden daher die jungen Männer, die zwischen 2014 und 2019 im Rahmen der SothA-Evaluation der JSA Berlin befragt worden waren, erneut kontaktiert und interviewt. Ziel war es, ihre (strafrechtliche) Entwicklung seit der Haftentlassung nachzuzeichnen und zu untersuchen, welche persönlichen und sozialen Umstände eine Unterbrechung, Reduzierung oder Fortsetzung der „kriminellen Karriere“ gefördert oder gehemmt haben. Mit einem qualitativen Zugang wurden die Perspektiven der jungen Männer mit den vorliegenden Daten zu Haft, Behandlung und Legalbewährung verknüpft.
Ziel des Projekts war es, den Reintegrationsprozess dieser besonders rückfallgefährdeten Klientel empirisch zu charakterisieren und daraus differenzierte Implikationen für Diagnose, Behandlung und Nachsorge im Jugendstrafvollzug abzuleiten.
Prof. Dr. Joscha Hausam
Professur für Rechtspsychologie
