Verkehrspsychologie

Auf den Punkt gebracht

Berufsskizze: Die Verkehrspsychologie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen in Verkehrssystemen. Dazu gehören neben dem Straßenverkehr auch Luft-, Schiffs- und Schienenverkehr. Verkehrspsycholog*innen untersuchen dabei etwa, wie diese Verkehrssysteme sicher, nachhaltig und nutzerfreundlich gestaltet werden können oder wann und warum sich Menschen im Verkehr riskant verhalten. Sie arbeiten in der Fahreignungsdiagnostik, in der Rehabilitation auffälliger Verkehrsteilnehmer*innen, in der Unfallforschung und entwickeln Konzepte für  sichere und nachhaltige Mobilität. In den letzten Jahren haben sich durch die fortschreitende Digitalisierung neue Einsatzbereiche um Themen wie autonomes Fahren aufgetan.

Einsatzbereiche: selbstständig als verkehrspsychologische Gutachter*innen und Berater*innen oder angestellt bei Verkehrsunternehmen, bei der Automobil-, Schiffahrts- oder Luftfahrtindustrie, in Einrichtungen der Fahreignungsdiagnostik, in verkehrspsychologische Beratungs- und Begutachtungsstellen oder bei Versicherungen;

Arbeitsmarktperspektiven¹/²: positiv, hohe Nachfrage, die in den letzten Jahren dauerhaft gestiegen ist

Erwartbare Gehaltsspanne²: 4200 bis 6400 Euro / Monat, Mediangehalt: 5300 Euro

Was machen Verkehrspsycholog*innen im Berufsalltag?

Begutachten: Verkehrspsycholog*innen beurteilen die Eignung von Menschen an Verkehrssystemen teilzunehmen und unterstützen bei der Einschätzung, ob die nötigen psychologischen Voraussetzungen für die sichere Verkehrsteilnahme gegeben sind. Das betrifft nicht nur den Autoverkehr sondern auch Personal von Schienen- und Busverkehr sowie Schiff- und Luftfahrt.

Diagnostizieren: Verkehrpsycholog*innen erfassen Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit, Persönlichkeit und sicherheitsrelevante Verhaltensmuster von Verkehrsteilnehmer*innen.

Beraten: Sie beraten Verkehrsteilnehmer*innen, Verkehrsunternehmen oder andere Institutionen zu Fragen der Fahreignung, des Verkehrsverhaltens und der Verkehrssicherheit.

Intervenieren und rehabilitieren: Sie entwickeln und begleiten Maßnahmen für Menschen, deren Verkehrsverhalten auffällig geworden ist, und unterstützen sie dabei, ihr Verhalten nachhaltig zu verändern.

Forschen: Sie untersuchen unterschiedliche Verkehrssysteme und menschliches Verhalten in ihnen und entwickeln wissenschaftlich fundierte Ansätze zur Prävention von Unfällen und zur Gestaltung sicherer, ergonomischer und nachhaltiger Mobilität.

Welche Eigenschaften sind hilfreich für den Beruf?

  • Analytisches Denken – komplexe Zusammenhänge zwischen menschlichem Verhalten, individuellen Voraussetzungen und Verkehrssituationen systematisch analysieren.
  • Beobachtungs- und Urteilsfähigkeit – psychologische Informationen sorgfältig bewerten und fundierte Einschätzungen treffen.
  • Kommunikationsfähigkeit – diagnostische Ergebnisse verständlich vermitteln und Menschen bei der Veränderung ihres Verkehrsverhaltens begleiten.
  • Verantwortungsbewusstsein – Entscheidungen und Empfehlungen treffen, die unmittelbar mit der Sicherheit von Menschen im Straßenverkehr verbunden sind.
  • Interesse an Schnittstelle von Mensch und Technik – verstehen, wie Menschen mit Verkehrssystemen interagieren und wie Mobilität sicherer gestaltet werden kann

Wie wird man Verkehrspsycholog*in?

Der Einstieg in die Verkehrspsychologie erfolgt in der Regel über ein Studium der Psychologie mit anschließender Spezialisierung auf verkehrspsychologische Themen. Je nach Tätigkeitsbereich können zusätzliche Qualifikationen und Weiterbildungen, beispielsweise in der Fahreignungsdiagnostik oder Verkehrspsychologie, erforderlich sein.

Der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen vergibt Zertifizierungen als Fachpsycholog*in für Verkehrspsychologie. Die dafür nötige Weiterbildung kann im Haus der Psychologie bei der Deutschen Psychologen Akademie absolviert werden. Absolvent*innen der PHB erhalten hier regelmäßig Vergünstigungen auf Weiterbildungsangebote.

Notwendige Voraussetzungen für eine berufliche Tätigkeit als Verkehrspsycholog*in ist die Zertifizierung jedoch nicht.

Weiterführende Links

Ausbildung und Beruf

Zertifizierung 

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