12.06.2026

29. Berliner Junitagung für Forensische Psychiatrie und Psychologie

Datum: 12.06.2026

Zeit: 09:00 - 17:15 Uhr

Ort: Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstr. 58/59
10117 Berlin – Mitte

Die Aussagepsychologie in Deutschland wurde in den vergangenen vier Jahrzehnten in besonderer Weise durch Frau Prof. Dr. Renate Volbert geprägt. Mit ihrer langjährigen Tätigkeit am Institut für Forensische Psychiatrie der Charité Berlin sowie ihrer Professur an der Psychologischen Hochschule Berlin hat sie entscheidende Impulse für die wissenschaftliche Entwicklung des Fachgebiets gesetzt, den rechtspsychologischen Nachwuchs gefördert und an der Ausarbeitung zentraler (internationaler) Leitlinien mitgewirkt. Anlässlich ihres Eintritts in den Ruhestand im kommenden Jahr richtet die 29. Berliner Junitagung am 12. Juni 2026 den Blick auf ein Themenfeld, das eng mit ihrem Wirken verbunden ist und zugleich aktuelle wissenschaftliche wie gesellschaftliche Fragen aufwirft: Aussagepsychologie und Opferschutz – ein Gegensatz?

In den letzten Jahren wurde teilweise die Frage aufgeworfen, ob die Aussagepsychologie den Opferschutz ausreichend berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund eröffnen die Tagungsbeiträge interdisziplinäre Perspektiven darauf, vor welchen Herausforderungen Wissenschaft und Praxis gegenwärtig stehen und wie Opferschutz in diesem Kontext bedacht werden kann. Wie können beispielsweise Kinder, aber auch Beschuldigte bestmöglich befragt werden? Welche Auswirkungen haben psychotherapeutische Prozesse auf Erinnerungen? Und stehen sich Psychotherapie und Glaubhaftigkeit tatsächlich entgegen? Zudem wird ein empirischer Blick auf die Kritik an aussagepsychologischen Gutachten geworfen und aufgezeigt, welche besonderen Herausforderungen in der Beurteilung von Glaubhaftigkeit und Aussagetüchtigkeit bestehen. Mehr als 25 Jahre nach dem Grundsatzurteil des BGH stellt sich schließlich die Frage, ob dieses Urteil noch zeitgemäß ist.

09.00 – 09.15 Begrüßung

09.15 – 09.45 Prof. Dr. Max Steller (ZAB Berlin) Aussagepsychologie: Ein Rückblick

09.45 – 10.30 Prof. Dr. Julia Korkman (HEUNI Finnland) Uniting Science and Practice: International Initiatives to Elevate Forensic Child Interview Quality

11.00 – 11.30 Prof. Dr. Lennart May (MSB Berlin) ImpleMendez: Die Implementierung der Mendez-Prinzipien effektiver Vernehmung

11.30 – 12.00 Prof. Dr. Elsa Gewehr (Macromedia Berlin) Innovative Ansätze zur Unterstützung forensischer Befragung: Künstliche Intelligenz, Avatare & Co

12.00 – 12.30 Anett Tamm (PHB Berlin) Von der Theorie zur Praxis: Ein VR-basiertes Gesprächstraining für Fachkräfte im Kinderschutz

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause mit Imbiss

13.30 – 14.00 Dr. Jonas Schemmel (Fernuni Hagen) Zum Verhältnis von Psychotherapie und Glaubhaftigkeit von Aussagen

14.00 – 14.30 PD Dr. Larissa Wolkenstein (LMU München) Wirkung von Psychotherapie auf Erinnerungen

14.30 – 15.00 Mona Leve (PHB Berlin) Benachteiligung spezifischer Opfergruppen durch aussagepsychologische Begutachtung?

15.30 – 16.00 Jana Otzipka (PHB Berlin) Herausforderungen bei der Begutachtung der Glaubhaftigkeit aus Sicht psychologischer Sachverständiger

16.00 – 16.30 Dr. Frank Wendt (ZFPB Berlin) Herausforderungen bei der Beurteilung der Aussagetüchtigkeit aus psychiatrischer Sicht

16.30 – 17.00 Dr. Rüdiger Deckers (Rechtsanwalt Krefeld) Ist das BGH-Urteil von 1999 heute noch zeitgemäß?

17.00 – 17.15 Prof. Dr. Renate Volbert (PHB Berlin) Aussagepsychologie: Ein Ausblick

Tagungsgebühren

Ermäßigung
Die ermäßigte Tagungsgebühr gilt für Rentner:innen, Studierende, Psychotherapeut:innen in Ausbildung und Arbeitslose. Ein entsprechender Nachweis ist bei der Anmeldung hochzuladen oder per E-Mail nachzureichen. Präsenzteilnehmer:innen können den Nachweis auch vor Ort vorzeigen. Ohne Nachweis ist leider keine ermäßigte Teilnahme möglich.

Für den Early-Bird-Tarif ist maßgeblich der Zahlungseingang.

bis 15. Mai 2026ab 16. Mai 2026
BerlinOnlineBerlinOnline
Regulär140 Euro80 Euro150 Euro90 Euro
Ermäßigt50 Euro30 Euro60 Euro40 Euro

Fortbildungsanerkennung
Die Anerkennung als Fortbildung durch die Ärztekammer Berlin wurde für Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten beantragt (9 Fortbildungspunkte). Eine Anerkennung als Fortbildung gemäß § 15 Fachanwaltsordnung ist mit der Teilnahmebescheinigung für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte möglich (voraussichtlich 6,25 Zeitstunden). Ähnliches gilt für die Anerkennung als Fortbildung für zertifizierte Fachpsychologinnen und Fachpsychologen für Rechtspsychologie (vgl. § 10 der Ausführungsbestimmungen zur Ordnung für die Weiterbildung in Rechtspsychologie der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen).

Wichtige Änderungen:

  • Es werden keine gedruckten Teilnahmebescheinigungen oder Rechnungen mehr ausgestellt.
  • Nach Zahlungseingang erhalten Sie eine Zahlungsbestätigung und können die Rechnung selbst herunterladen.
  • Präsenzteilnehmende erhalten mit der Zahlungsbestätigung einen QR-Code für den einfachen Check-in vor Ort.
  • Online-Teilnehmende sehen 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn in ihrem Konto den Link zum Livestream.
  • Die Teilnahmebescheinigung können Sie nach der Veranstaltung ebenfalls selbst herunterladen.