29. Berliner Junitagung für Forensische Psychiatrie und Psychologie
Datum: 12.06.2026
Zeit: 09:00 - 17:15 Uhr
Ort: Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstr. 58/59
10117 Berlin – Mitte
In den letzten Jahren wurde teilweise die Frage aufgeworfen, ob die Aussagepsychologie den Opferschutz ausreichend berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund eröffnen die Tagungsbeiträge interdisziplinäre Perspektiven darauf, vor welchen Herausforderungen Wissenschaft und Praxis gegenwärtig stehen und wie Opferschutz in diesem Kontext bedacht werden kann. Wie können beispielsweise Kinder, aber auch Beschuldigte bestmöglich befragt werden? Welche Auswirkungen haben psychotherapeutische Prozesse auf Erinnerungen? Und stehen sich Psychotherapie und Glaubhaftigkeit tatsächlich entgegen? Zudem wird ein empirischer Blick auf die Kritik an aussagepsychologischen Gutachten geworfen und aufgezeigt, welche besonderen Herausforderungen in der Beurteilung von Glaubhaftigkeit und Aussagetüchtigkeit bestehen. Mehr als 25 Jahre nach dem Grundsatzurteil des BGH stellt sich schließlich die Frage, ob dieses Urteil noch zeitgemäß ist.
09.00 – 09.15 Begrüßung
09.15 – 09.45 Prof. Dr. Max Steller (ZAB Berlin) Aussagepsychologie: Ein Rückblick
09.45 – 10.30 Prof. Dr. Julia Korkman (HEUNI Finnland) Uniting Science and Practice: International Initiatives to Elevate Forensic Child Interview Quality
11.00 – 11.30 Prof. Dr. Lennart May (MSB Berlin) ImpleMendez: Die Implementierung der Mendez-Prinzipien effektiver Vernehmung
11.30 – 12.00 Prof. Dr. Elsa Gewehr (Macromedia Berlin) Innovative Ansätze zur Unterstützung forensischer Befragung: Künstliche Intelligenz, Avatare & Co
12.00 – 12.30 Anett Tamm (PHB Berlin) Von der Theorie zur Praxis: Ein VR-basiertes Gesprächstraining für Fachkräfte im Kinderschutz
12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause mit Imbiss
13.30 – 14.00 Dr. Jonas Schemmel (Fernuni Hagen) Zum Verhältnis von Psychotherapie und Glaubhaftigkeit von Aussagen
14.00 – 14.30 PD Dr. Larissa Wolkenstein (LMU München) Wirkung von Psychotherapie auf Erinnerungen
14.30 – 15.00 Mona Leve (PHB Berlin) Benachteiligung spezifischer Opfergruppen durch aussagepsychologische Begutachtung?
15.30 – 16.00 Jana Otzipka (PHB Berlin) Herausforderungen bei der Begutachtung der Glaubhaftigkeit aus Sicht psychologischer Sachverständiger
16.00 – 16.30 Dr. Frank Wendt (ZFPB Berlin) Herausforderungen bei der Beurteilung der Aussagetüchtigkeit aus psychiatrischer Sicht
16.30 – 17.00 Dr. Rüdiger Deckers (Rechtsanwalt Krefeld) Ist das BGH-Urteil von 1999 heute noch zeitgemäß?
17.00 – 17.15 Prof. Dr. Renate Volbert (PHB Berlin) Aussagepsychologie: Ein Ausblick
- Download: Programm der Junitagung 2026 PDF | 243 KB
Tagungsgebühren
| bis 15. Mai 2026 | ab 16. Mai 2026 | |||
|---|---|---|---|---|
| Berlin | Online | Berlin | Online | |
| Regulär | 140 Euro | 80 Euro | 150 Euro | 90 Euro |
| Ermäßigt | 50 Euro | 30 Euro | 60 Euro | 40 Euro |
Fortbildungsanerkennung
Die Anerkennung als Fortbildung durch die Ärztekammer Berlin wurde für Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten beantragt (9 Fortbildungspunkte). Eine Anerkennung als Fortbildung gemäß § 15 Fachanwaltsordnung ist mit der Teilnahmebescheinigung für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte möglich (voraussichtlich 6,25 Zeitstunden). Ähnliches gilt für die Anerkennung als Fortbildung für zertifizierte Fachpsychologinnen und Fachpsychologen für Rechtspsychologie (vgl. § 10 der Ausführungsbestimmungen zur Ordnung für die Weiterbildung in Rechtspsychologie der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen).
Wichtige Änderungen:
- Es werden keine gedruckten Teilnahmebescheinigungen oder Rechnungen mehr ausgestellt.
- Nach Zahlungseingang erhalten Sie eine Zahlungsbestätigung und können die Rechnung selbst herunterladen.
- Präsenzteilnehmende erhalten mit der Zahlungsbestätigung einen QR-Code für den einfachen Check-in vor Ort.
- Online-Teilnehmende sehen 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn in ihrem Konto den Link zum Livestream.
- Die Teilnahmebescheinigung können Sie nach der Veranstaltung ebenfalls selbst herunterladen.