Rechtspsychologie

Evaluation der Unterbringung und Behandlung der Sicherungsverwahrten, des Bereichs für Strafgefangene mit vornotierter Sicherungsverwahrung und der sozialtherapeutischen Einrichtungen im Land Berlin

Forschungskooperation (aktueller Stand): Charité – Universitätsmedizin Berlin (Prof. Dr. Norbert Konrad), Universität Hildesheim (Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle) und Psychologische Hochschule Berlin (Prof. Dr. Joscha Hausam). Im Laufe des Projekts waren darüber hinaus weitere Personen an der Durchführung beteiligt.

Laufzeit: 1.9.2014 – 31.12.2022

Finanzierung: Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz

Inhalt und Ziel

Das Land Berlin verfügt über ein breites Spektrum an Einrichtungen zur Resozialisierung von Strafgefangenen und in Sicherungsverwahrung untergebrachten Menschen. Dazu zählen eine der ältesten und größten sozialtherapeutischen Einrichtungen Deutschlands auf dem Gelände der JVA Tegel, eine der wenigen sozialtherapeutischen Abteilungen für Frauen sowie, seit 2008, eine sozialtherapeutische Abteilung im Jugendstrafvollzug. Als Reaktion auf gesetzliche Vorgaben zur Vermeidung und Minimierung von Sicherungsverwahrung wurden zudem eine neue Einrichtung für Sicherungsverwahrte sowie ein gesonderter Bereich für von Sicherungsverwahrung bedrohte Strafgefangene geschaffen, die beide auf ein intensives Behandlungsangebot setzen.

Ziel des Vorhabens ist es, die Behandlungskonzepte, ihre jeweiligen Behandlungsvoraussetzungen und die Arbeitsmethoden vor Ort im Hinblick auf ihre Wirkungen und Wechselwirkungen umfassend zu beleuchten. Es verfolgt dabei einen multimethodalen Ansatz, um Wirkungszusammenhänge einzelner Elemente abbilden und etwaige förderliche und hemmende Einflüsse und Strukturen erkennen zu können. Es versteht sich als begleitende Evaluation der Behandlungsverläufe der Inhaftierten und Untergebrachten in den verschiedenen Einrichtungen. Es ist deshalb längerfristig angelegt, um die Entwicklungen zunächst im Verlauf der Behandlung nachzuzeichnen, aber dann auch nach Entlassung der behandelten Straftäter:innen weiter zu verfolgen und auf ihre rückfallpräventiven Wirkungen hin zu untersuchen. Aktuell werden hierzu die Daten des Bundeszentralregisters (BZR) ausgewertet.

Prof. Dr. Joscha Hausam

Professur für Rechtspsychologie