Wir haben mit den Initiatorinnen Tanja Trost (Psychotherapeutin in Ausbildung für Systemische Therapie) und Julia Wiengarten (Studierende an der PHB) der Summer School über die Idee, ihre Motivation und die Ziele des neuen Formats gesprochen.
Wie ist die Idee zur ersten Summer School an der PHB entstanden und was hat euch dazu motiviert?
Julia Wiengarten: „Eine ähnliche Idee war bei mir schon vorher entstanden – weil es an der PHB auf der einen Seite so viel Kompetenz und Erfahrung gibt und auf der anderen Seite so viele Studierende und PiAs, die noch mehr davon profitieren könnten – insbesondere hinsichtlich der Praxis. Dann habe ich eher zufällig von dem Aufbau der Summer School an der PHB erfahren und war direkt Feuer und Flamme.“
Tanja Trost: „Außerdem hat uns die dramatische Situation zur Weiterbildung von Therapeutinnen beschäftigt. Wir haben überlegt, welche beruflichen Alternativen es gibt. Psychologinnen haben ein gesellschaftlich enorm wichtiges Wissen und große Expertise. Das sollte nicht verloren gehen. Und man kann nicht nur als Therapeutin einen Mehrwert stiften, sondern auch über den Arbeitsbereich „Training“ wirkungsvoll sein. Dazu wollen wir gerne „anstiften“.
Ihr seid selbst Studierende bzw. Psychotherapeutinnen in Ausbildung – wie fließen eure eigenen Erfahrungen in das Konzept ein?
Julia Wiengarten: „Neben meinem Studium bringe ich auch eigene Erfahrungen aus ersten Schritten in die Selbstständigkeit als Trainerin mit. Ich habe verschiedene Weiterbildungen gemacht und dabei gemerkt, dass oft gar nicht das Wissen fehlt – der eigentliche Knackpunkt ist eher die Frage: Was kann ich konkret mit dem, was ich schon kann, anfangen? Genau an dieser Stelle setzt die Summer School an.
Tanja Trost: „Ich habe ganz lange als Personal- und Organisationsentwicklerin gearbeitet und viele Trainings- und Workshopkonzepte entwickelt. Als angehende Therapeutin arbeite ich auch sehr gerne mit Gruppen. Die Erfahrungen aus dem klinischen Bereich und der Wirtschaft ergänzen sich ganz toll.“
Für wen ist die Summer School gedacht – und was lernen Teilnehmende?
Julia Wiengarten: „Die Summer School richtet sich vor allem an Studierende der Psychologie und verwandter Studiengänge, zum Beispiel Soziale Arbeit, Public Health oder BWL – also alle, die später mit Gruppen arbeiten, Trainings geben oder moderieren möchten. Die Teilnehmenden lernen, Trainings zu konzipieren, Gruppen anzuleiten und eigene Ideen praktisch umzusetzen.
Tanja Trost: „Wir möchten Leute ansprechen, die Lust haben, sich auszuprobieren und ihre Ideen umzusetzen. Es macht großen Spaß, Konzepte nicht im stillen Kämmerlein zu entwickeln, sondern im Kreis von Gleichgesinnten und sich inspirieren zu lassen. Wer darauf Lust hat, ist in unserer Summer School richtig.“
Welche Themen können Teilnehmende in ihre Trainingsprojekte einfließen lassen?
Julia Wiengarten: „Grundsätzlich alles, was sich als psychologisches Training oder Gruppenangebot umsetzen lässt – von Stress- und Resilienztrainings über soziale Kompetenzen bis hin zu Angeboten im Bildungs- oder Unternehmenskontext.
Tanja Trost: „Ich würde mich freuen, wenn die Teilnehmenden sich Themen von gesellschaftlicher Relevanz widmen. Die mentale Gesundheit junger Erwachsener ist zunehmend gefährdet. Das muss nicht immer Therapie sein – auch Trainings- und Präventionsformate können hier viel bewirken.“


