Neues Forschungsprojekt an der PHB von der DFG gefördert

Ungerechtigkeitssensibilität im Kindes- und Jugendalter: Entwicklungsbedingungen und Wirkungen als Risiko- und Schutzfaktor

 

 

Unter der Leitung von Prof. Dr. Rebecca Bondü, Professorin für Entwicklungspsychologie und Familienpsychologie an der PHB, startet ein neues von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) gefördertes Forschungsprojekt mit drei Jahren Laufzeit. Für das Projekt wurden eine Wissenschaftliche Mitarbeiterstelle sowie 9 Studentische und Wissenschaftliche Hilfskraftstellen geschaffen.

 

Worum geht es in diesem Forschungsprojekt?

Ungerechtigkeitssensibilität (US) beschreibt interindividuelle Unterschiede in der Tendenz, Ungerechtigkeit wahrzunehmen sowie in der Intensität der emotionalen, kognitiven und verhaltensbasierten Reaktion auf ungerechte Erlebnisse. Im Projekt wird die Entwicklung von US ab der mittleren Kindheit, Einflussfaktoren auf diese Entwicklung sowie die Rolle von US als Schutz- und Risikofaktor für internalisierende und externalisierende Probleme im Kindes- und Jugendalter erforscht. Dabei werden Zusammenhän­ge von US mit Depression und Essstörungen sowie mit aggressivem und selbstschädigendem Verhalten im Längsschnitt anhand von Daten aus der PIER-Studie untersucht. Daneben soll die Entwicklung von US, dessen Stabilität und mögliche Alters- und Geschlechtsunterschiede schon im Grundschulalter sowie die Zusammenhänge mit internalen und externalen potentiellen Einflussfaktoren erforscht werden. Die im Projekt gewonnen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Entwicklungspsychologie und die Forschung zu gerechtigkeitsbezogenen interindividuellen Unterschieden stärker miteinander zu verknüpfen. Zudem soll ein besseres Verständnis von US, ihren Entstehensbedingungen sowie ihren Effekten geschaffen werden. Schließlich sollen die differentiellen Effekte von US besser theoretisch fundieren werden können und US ggf. zu präventiven Zwecken bzw. für die Intervention nutzbar gemacht werden.

 

Justice sensitivity (JS) captures individual differences in the frequency of the perception of injustice and in the intensity of the emotional, cognitive and behavioral reactions towards unjust experiences. The project at hand strives to research the development of JS in middle childhood, the factors potentially influencing this development, as well as the role of JS as a risk and/or protective factor for internalizing and externalizing problem behavior during childhood and adolescence. To this end, longitudinal associations between JS and depression and eating disorders as well as aggressive and self-harming behavior will be examined using longitudinal data from the PIER-Study. Furthermore, the development of JS, potential age and gender differences, and links with internal and external potentially influencing factors during middle childhood will be examined. The findings from the study may, therefore, establish stronger links between developmental psychology and research on justice-related interindividual difference measures as well as create a better understanding of JS, its antecedents and its effects. Findings from this research may be considered in prevention and intervention approaches.