Forschungsprofil

Die Psychologische Hochschule Berlin ist eine Universität mit gleichgewichtigen Aufgaben in Forschung und Lehre. Sie hat den Anspruch, mit ihrer Ausbildung auf eine wissenschaftlich fundierte und an wissenschaftlichem Fortschritt orientierte Berufspraxis vorzubereiten und den Transfer ihrer Forschungsresultate in die berufliche Praxis und die gesellschaftliche Realität zu leisten. Die Forschungsleitlinie klärt strukturelle und inhaltliche Fragen.

 

 

Die Forschungsleitline der Psychologischen Hochschule Berlin

Forschungsthemen an der PHB orientieren sich an psychologischen Fragestellungen, entsprechend der thematischen Ausrichtung der Hochschule insgesamt. Neu berufene Professorinnen und Professoren bringen ihre bisherigen Forschungsprojekte und Konzepte mit und tragen so zu einer Perspektivenerweiterung der wissenschaftlichen Arbeit an der PHB bei. Nach einer Einarbeitungszeit wird eine gegenseitige Abstimmung in Richtung gemeinsamer bzw. koordinierter Projekte erfolgen.

 

Die Psychologische Hochschule Berlin versteht sich als eine Universität mit dem Anspruch, Grundlagen- und Anwendungsforschung für den Menschen und für eine an humanitären Grundsätzen orientierte Gesellschaft zu leisten. Konkrete Forschungsprojekte orientieren sich am Oberziel einer Gesellschaft, die sich für Menschenwürde, Wohlbefinden, Gesundheit, Selbstbestimmung, Bildung, Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung verantwortlich weiß.

Entsprechend der klinisch-psychologischen Ausrichtung der ersten an der PHB etablierten Studiengänge liegen aktuelle inhaltliche Schwerpunkte im Bereich der Psychotherapieforschung mit Aspekten der Störungsätiologie, der Intervention und der Evaluation. Die Verknüpfung der Schwerpunkte Klinische Psychologie und Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie wird auch zu innovativen Forschungsthemen der Klinischen Arbeits- und Organisationspsychologie führen.

 

Die PHB hat von Anfang an einen Schwerpunkt in dualen und konsekutiven Studiengängen mit weiterbildendem Charakter. Dieser Schwerpunkt legt nahe, auch die Prozesse des Kompetenzerwerbs selbst unter die wissenschaftliche Lupe zu nehmen.

 

 

Struktur und Organisation:

Die bereits erworbenen wissenschaftlichen und fachlichen Kompetenzen der Studierenden in postgradualen Studiengängen sollen für die Forschung genutzt und für die Studierenden weiter ausgebaut werden. Psychologen in Ausbildung (PiA) und Studierende werden im Rahmen ihrer Ausbildung in Forschungsprojekte und in wissenschaftlich zu evaluierende Praxisprojekte eingebunden. Studierende in postgradualen Studiengängen können als wissenschaftliche Hilfskräfte mit Abschluss, als wissenschaftliche Mitarbeiter in Teilzeit oder als Werkvertragsnehmer auch bei der Betreuung von Bachelor- und Masterprojekten der B.Sc.- und M.Sc.-Studierenden tätig werden und auf diesem Wege neben einem Beitrag zur Ausbildungsfinanzierung auch ihre wissenschaftlichen, kommunikativen und didaktischen Kompetenzen ausbauen. Die Professuren erhalten eine Grundausstattung für ihre wissenschaftliche Arbeit. Da die Forschungsinfrastruktur ausschließlich durch Studiengebühren und etwaige Sponsorengelder finanziert wird, kommt der Einwerbung von Drittmitteln einschließlich angemessener Overhead-Beiträgen eine entscheidende Bedeutung zu.

 

Der Aufbau der Hochschule mit 50%-Arbeitsverträgen der Professoren erhöht die thematische Vielfalt der Arbeitsschwerpunkte und wissenschaftlichen Perspektiven. Dieses Personalkonzept erhöht auch die Chancen auf dauerhafte Kooperationen mit anderen Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder Praxiseinrichtungen, in denen die Professoren weitere 50 % ihrer Arbeitszeit ableisten.

 

Entsprechend der thematischen Ausrichtung ihrer Studiengänge baut die PHB Praxiskontakte zu außeruniversitären Einrichtungen auf, in denen neben der Funktion einer berufspraktischen Ausbildung auch Forschungsarbeiten ermöglicht werden sollen. Die PHB hat selbst Praxiseinrichtungen, in denen gleichermaßen praxisnahe Ausbildung und Forschung betrieben werden, gegründet wie die Hochschulambulanz als Ausbildungsambulanz und als Forschungsambulanz, die Begutachtungsstelle für Fahreignung und die Arbeitsstelle Hochbegabung. Für die Forschungsmethoden und –inhalte gilt die Forderung nach öffentlicher Transparenz. Die Forschung der PHB ist – wie alle ihre Aktivitäten – gemeinnützig. Die Forschungsergebnisse werden den Berufspraktikern, potentiellen Auftraggebern und Klienten, der interessierten Öffentlichkeit sowie der Gesellschaft insgesamt zur Verfügung gestellt. Dieser Wissens- und Kompetenztransfer gehört zu den genuinen Aufgaben der Professoren und Mitarbeiter.

 

Auftragsforschungsprojekte müssen ebenso wie Dienstleistungsaufträge kostendeckend sein und sollen einen Beitrag zur Grundfinanzierung der PHB liefern. Sie sollen Studierenden im Rahmen ihrer Ausbildung forschungs- und berufspraktische Erfahrungen ermöglichen und ggf. Finanzierungsmöglichkeiten bieten. Sie sollen auch unter der Perspektive eines wissenschaftlich relevanten Erkenntnisgewinns genutzt werden. Kooperationsprojekte mit öffentlichen oder privaten Partnern dürfen die wissenschaftliche Autonomie der Hochschullehre nicht einschränken. Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse für die Öffentlichkeit oder die Fachöffentlichkeit muss gesichert sein. Bei allen Projekten müssen berufsrechtliche Vorgaben, die berufsethischen Verpflichtungen der Föderation Deutscher Psychologenverbände, die Grundsätze der „Qualitätssicherung an der PHB“ und der „Charta der Vielfalt“ sowie Gleichstellungsstandards eingehalten werden. Die PHB hat eine eigene Ethikkommission eingerichtet, die sich u.a. an der Deklaration von Helsinki und anderen allgemein anerkannten Standards der Forschungsethik orientiert. Alle an der Hochschule bzw. durch eines der Mitglieder der Hochschule durchzuführenden Forschungsvorhaben am Menschen sowie Vorhaben epidemiologischer Forschung mit personenbezogenen Daten sind von der Ethikkommission der PHB ethisch und rechtlich zu beurteilen. Eigen-, Drittmittel-, Kooperations- und Auftragsprojekte bedürfen insbesondere dann einer Begutachtung durch die PHB-eigene oder eine andere Ethikkommission, wenn das (informationelle) Selbstbestimmungsrecht, das körperliche oder psychische Wohl oder die Privatsphäre von Untersuchungsteilnehmern berührt sein könnten.

 

Genehmigt durch Beschluss des Akademischen Senats vom 29.12.2014