Implementierung, Feasibility und Evaluation von Psychotherapien

PHB-Ambulanzforschung

 

Dokumentation und Verlaufskontrolle in den Psychotherapeutischen Ambulanzen der Psychologischen Hochschule Berlin

Jacobi, Brakemeier, Gumz, Hörz-Sagstetter et al.

 

Als universitäre Einrichtung gehört es zu den Aufgaben einer Hochschulambulanz, sowohl wissenschaftliche Forschung zu betreiben als auch praxisnahe klinische Lehre sicherzustellen – sowohl im Rahmen unserer Psychotherapiestudiengänge als auch im zukünftigen Masterstudiengang Psychologie. Ein wichtiges Ziel der klinischen Tätigkeit der Hochschulambulanz besteht in der Erprobung neuer und Verbesserung bestehender Interventionen, Strategien und Versorgungsmodelle mittels kontrollierter Therapie- und Evaluationsstudien. Somit zählen zu unseren Forschungsschwerpunkten sowohl allgemeine Psychotherapieforschung (insbesondere zu Qualitätssicherung, Wirksamkeit der Behandlung sowie Prozessforschung) als auch Versorgungsforschung (z.B. Untersuchung von Versorgungs-Wegen oder dazu, wer Psychotherapie in Anspruch nimmt).

 

Vor, während und nach der Psychotherapie erheben wir in Form von Befragungen und Fragebögen dazu benötigte Informationen über die Patienten. Alle Daten in den Forschungsprojekten werden streng vertraulich behandelt und in anonymisierter Form verarbeitet. Darüber hinaus werden Patienten auch eingeladen, an Experimenten oder anderen laufenden Studien teilzunehmen.

 

Aufbau, Implementation und fortlaufende Weiterentwicklung einer breit gefächerten Diagnostik für Therapieplanung und Therapieevaluation (Qualitätssicherung), sowie für Begleitforschung mit den anonymisierten Daten nach Therapieabschluss findet in der PHB-Ausbildungsambulanz seit 2012 statt. Die Ermächtigung für eine zusätzliche Ambulanz für Forschung und Lehre erfolgte 2015.

 

Eine Übersicht an für uns für die Psychotherapie (Therapieplanung, Verlaufskontrolle, Evaluation, Begleitforschung) relevanter Themenbereiche und Konstrukte zeigt folgende Abbildung:

 

Ambulanzforschung

 

Leitung: Prof. Dr. Frank Jacobi (Vertretung: Prof. Brakemeier), Prof. Dr. Antje Gumz (Vertretung: Prof. Hörz-Sagstetter)

Mitarbeiter: PHB-PiAs (PsychotherapeutInnen in Ausbildung während Praktischer Tätigkeit II oder als Honorarkräfte); am Aufbau und Weiterentwicklung insbesondere beteiligt: Dipl.-Psych. Sonia Kessler-Scheil, Dipl.-Psych. Viktoria Schuster, Dipl.-Psych. Anna Eiling

Kontakt: phb-diagnostik@psychologische-hochschule.de (cc an f.jacobi@psychologische-hochschule.de)

Laufzeit: seit 2012 (Ausbildungsambulanz) bzw. 2015 (Forschungsambulanz)

Förderung: Hausmittel

 

 

Cognitive Behavioural Analysis System of Psychotherapy (CBASP): Evaluation und Erweiterung in verschiedenen Anwendungsfeldern

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier

 

Cognitive Behavioural Analysis System of Psychotherapy vs. Behavioral Activation in treatment-resistant chronically depressed inpatients

In Vorbereitung; Kooperation mit Prof. Heinz, Prof. Sterzer, Prof. Hendrik Walter (Charité Berlin), Prof. Hohagen, Prof. Schweiger (Lübeck), Prof. Falkai, PD Padberg (München), Prof. Kahl, Prof. Frieling (Hannover), Prof. Hautzinger (Tübingen).

 

Cognitive Behavioural Analysis System of Psychotherapy vs. Cognitive Behavioral Therapy in chronically depressed patients conducted in individual and group sessions: psychological, cognitive and biological moderator and mediator of treatment success

In Vorbereitung; Kooperation mit Prof. Babette Renneberg, Prof. Katja Wingenfeld (FU Berlin), Dr. Gaby Bleichhardt, Dr. Katrin Wambach (Universität Marburg)


Overcoming treatment-resistance in chronic depression: Pilot studies on outcome and feasibility of the Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy as an inpatient treatment program

Erste Studien in Freiburg abgeschlossen, in Berlin weitere laufend; Kooperation mit der Universitätsklinik Freiburg (Prof. Berger, Prof. Schramm, Prof. Normann) und der Charité Mitte (Prof. Sterzer, Dr. Köhler)

 

Feasibility and Outcome of an inpatient CBASP group therapy: A naturalistic multicenter trial in chronically depressed patients

Multizenter Studie abgeschlossen, Kooperation mit PD Dr. Frank Padberg, Dipl.-Psych Lena Sabass (Universitätsklinik München)

 

Entwicklung und Implementierung einer stationären Kiesler-Kreis-Gruppe für Patienten mit Suchterkrankungen und Depression

Studie in Kooperation mit dem Klinikum Stuttgart (Prof. Backenstrass)

 

Entwicklung und Implementierung eines stationären CBASP Konzeptes für Patienten mit geistiger Behinderung

Studie in Kooperation mit dem Klinikum Elisabeth Herzberge Berlin (Dr. Samuel Elstner).

 

 

Spezielle Therapieformate

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier

 

Entwicklung und Implementierung einer stationären interpersonellen Fertigkeiten-Gruppe für ältere Patienten (über 65) mit akuten oder chronischen Depressionen

Studie in Kooperation mit einer Klinik in Brandenburg.

 

Optimierung kognitiv-verhaltenstherapeutischer Gruppentherapie der Depression anhand einer „Buddy-Komponente“

Studie im Hause

 

PsychotherapyPlus: Augmentation of Cognitive Behavioral Psychotherapy with prefrontal direct current stimulation in Major Depression

Antrag bewilligt, Studie derzeit in Planung. Drittmittelgeber: BMBF „Forschungsnetz zu psychischen Erkrankungen“; Teilprojekt vom Forschungsnetz: German Center for Brain Stimulation. PI: Prof. Dr. Malek Bajbouj (Berlin); Co-PIs: Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier (Berlin), Prof. Andreas Fallgatter (Würzburg), PD Dr. Christoph Nissen (Freiburg), PD Dr. Frank Padberg (München), Prof. Peter Zwanzger (Münster); Förderumfang: 557.244€ (Teilprojekt ); 4.019.574€ (Forschungsnetz).

 

Untersuchung der Effektivität der KVT als Erhaltungstherapie nach EKT bei therapieresistenten depressiven Patienten (Studie EffEKT)

Studie abgeschlossen, Kooperation mit der Charité Campus Benjamin Franklin Berlin (Prof. Malek Bajbouj), Humboldt Universität Berlin (Prof. Norbert Kathmann).

 

 

Weitere Studien zur Effektivität von klinisch-psychologischen Interventionen

 

Meta-Analysen zu Therapiealternativen bei kognitiven Störungen (extern; Ströhle)

Studie abgeschlossen, Kooperation mit der Charité Mitte (Prof. Stöhle)

 

Über die Zukunft der Evidenzbasierten Psychotherapie und die Beziehung zwischen Praxis und Forschung

Prof. Dr. Frank Jacobi, Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter

Im November 2013 erschien in Clinical Psychology Review eine Sonderausgabe zum Thema „Zukunft der Evidenzbasierten Psychotherapie“ vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und Herausforderungen für die Psychotherapieforschung in den USA. Die Ausgabe umfasst sechs Artikel, in denen prominente Psychotherapieforscher zu unterschiedlichen Aspekten dieses Themas Stellung beziehen.

 

Im vorliegenden Beitrag werden die Kernaussagen dieser Artikelserie – hinsichtlich steigender Verschreibungszahlen von Psychopharmaka und Rückgang von Psychotherapie, der Bekanntmachung rein biomedizinscher Erklärungs- und Behandlungsmodelle, der starken Beeinflussung der Forschung durch den Anspruch der Evidenzbasierung an therapeutische Verfahren und der Kürzung von Forschungsgeldern für die Psychotherapieforschung – zusammengefasst und kommentiert.

 

Leitung: Prof. Dr. Frank Jacobi, Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter

Mitarbeiter: Dipl.-Psych. Anna Eiling, Dipl.-Psych. Carina Schlipfenbacher

Kontakt: f.jacobi@psychologische-hochschule.de

Laufzeit: 2014

Förderung: Hausmittel

 

Publikation:

Eiling, A., Schlipfenbacher, C., Hörz-Sagstetter, S., Jacobi, F. (2014). Über die Zukunft der Evidenzbasierten Psychotherapie und die Beziehung zwischen Praxis und Forschung. Aktuelle Studien zur Versorgungsforschung. Psychotherapeutenjournal, 2/2014, 175-183.

 

Hörz-Sagstetter, S (2014). Was bringt die Psychotherapieforschung für den Psychotherapeuten? Öffentliche Antrittsvorlesung, Berlin, 11.2.2014.

 

Evaluation stationärer Schematherapie für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen

Prof. DR. Eva-Lotta Brakemeier

Laufende Studie im Rahmen von PHB Masterarbeiten (Löhrmann, Hocke) in Kooperation mit der Klinik Havelhöhe (Dipl.-Psych. Stefan Dörner).

 

Wirksamkeit tagesklinischer Behandlung

Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter

Laufende Studie im Rahmen von PHB Masterarbeiten (Scherg, Karcher) in Kooperation mit der Tagesklinik Pankow des St. Joseph-Krankenhaus Berlin Weissensee (Fr. Dr. Kruttschnitt).

 

Zusammenhänge von Persönlichkeitsstrukturmerkmalen psychiatrischer Patienten mit Nebenwirkungen stationärer Gruppenpsychotherapie
Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter; Prof. Eva-Lotta Brakemeier,

Laufende Studie, Studienbeteiligte: Manuel Becker, Nina Meyer- Blankenburg, Christine Scholz

Kooperation mit Schlosspark-Klinik (Dipl.-Psych. Rebecca Schneibel, Dr. Dirk Schmoll) und Charité (Dr. Gregor Wilbertz)
 
Publikation:

Becker, M.,  Scholz, C., Schneibel, R., Brakemeier, E.-L., Hörz-Sagstetter, S., Schmoll, D.: Group psychotherapy side effects in psychiatric inpatients: Systematic description and relation to personality structure. Poster at the beim 16. World Congress of Psychiatry, Madrid, Sept. 2014
 
Selbstbeurteilung struktureller Einschränkungen: OPD-SF und IPO-16 im Vergleich
Prof. Eva-Lotta Brakemeier, Prof. Susanne Hörz-Sagstetter

Laufende Studie, Studienbeteiligte: Nina Meyer- Blankenburg, Manuel Becker, Christine Scholz

Kooperation mit Schlosspark-Klinik (Dipl.-Psych. Rebecca Schneibel, Dr. Dirk Schmoll) und Charité (Dr. Gregor Wilbertz)

 

Multicenter-Studie zur Überprüfung der Wirksamkeit der Übertragungs-Fokussierten Psychotherapie (TFP) zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) im Vergleich zu Treatment as usual

Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter

Randomisiert-kontrollierte Studie in Planung, voraussichtliche Studienorte Berlin, Amsterdam (voraussichtl. Kooperation mit Medizinischer Universität Wien (Prof. Doering), Universität Amsterdam)