Associate Professor Dr. Judith K. Daniels

Curriculum Vitae

 

 

 

Forschungsschwerpunkte:

 

  • Neurobiologie der Dissoziation
  • Dissoziative Störungen und ihre Behandlung
  • Neue Ansätze zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung
  • Reviktimisierungsrisiko nach Kindheitstraumata
  • Sekundäre Traumatisierung von TraumatherapeutInnen

 

 

 

 

Ausgewählte Publikationen:

 

Daniels, J.K., Frewen, P., Lanius, R.A. (2016). Structural brain alterations associated with the dissociative subtype of posttraumatic stress disorder. Acta Psychiatrica Scandinavica, 133(3), 232-40.

 

Daniels, J.K. & Vermetten, E. (2016). Odor-induced recall of emotional memories in PTSD. Experimental Neurology

 

Daniels, J.K., Gaebler, M., Lamke, J.-P., Walter, H. (2015). Grey matter alterations in depersonalization disorder – a voxel-based morphometry study. Journal of Psychiatry and Neuroscience, 40(1), 19-27.

 

Daniels, J.K., Hegadoren, K., Coupland, N.J., Neufeld, R.J. & Lanius, R. (2012). Neural and behavioural correlates of peritraumatic dissociation in an acutely traumatized sample. Journal of Clinical Psychiatry, 73(4), 420-426

 

Daniels, J.K., McFarlane, A., Bluhm, R., Moores, K., Clark, R., Shaw, M. & Lanius, R. (2010). Switching between central-executive and default mode networks in complex PTSD – Alterations in functional connectivity. Journal of Psychiatry and Neuroscience, 35(4), 258-66.

 

vollständige Publikationsliste

 

 

 

 

„Mich interessiert brennend, wie unser Selbst-Bewusstsein zustande kommt. Philosophen haben seit vielen Jahrhunderten an dieser Frage geknobelt, nun kann die Klinische Forschung einen anderen Zugang zu dem Thema beitragen. Ich interessiere mich im Besonderen für die Einschränkungen im bewussten Erleben der eigenen Person bei Menschen, die starke Dissoziationen erleben. Dissoziation geht dabei meist einher mit einem veränderten Erleben der äußeren Umwelt sowie der eigenen Person. So beschreiben zum Beispiel einige PatientInnen, dass sich ihre Handlungen nicht so anfühlen, als seien sie von ihnen selbst gesteuert. Oder dass sich einzelne Körperteile wie abgetrennt vom Körper anfühlen, obwohl sie doch eindeutig Teil der eigenen Biologie sind. Anscheinend integriert unser Gehirn im nicht-dissoziierten Zustand verschiedenste Sinneseindrücke in einer Weise, die uns ein ‚Ich‘ erleben lässt. Erst wenn dieser Prozess gestört ist stellt sich die Frage – woher weiß ich, dass ich ‚Ich‘ bin? Das ‚Ich‘ handele? Dass mein ‚Ich‘ in diesem Körper residiert, und nicht nur eine Fiktion ist?

 

Wir wissen, dass das Erleben einer Dissoziation während eines traumatische Ereignisses ein wichtiger Prädiktor für die Entwicklung der Posttraumatischen Belastungsstörung ist. Wir wissen auch, dass viele Menschen, die an Dissoziativen Störungen leiden, extreme Kindheitstraumata erfahren haben. Andererseits scheinen Menschen, die an der Depersonalisations/Derealisationsstörung leiden, in der Mehrzahl eher keine extremen Kindheitserfahrungen gemacht zu haben. Was also ist der Zusammenhang zwischen Veränderungen im Bewusstseinszustand und der Entwicklung Trauma-bezogener Störungen? Und was können wir daraus über jene Prozesse ableiten, die uns unserer selbst bewusst sein lassen?“